Neues aus der Abtei

Oasentage: Zeit zum Entspannen

Ringelblume
Oasentage: auch eine Zeit zum Staunen

Am 25. und 26. Juni 2020 nahmen wir uns als ganze Gemeinschaft zwei Tage Zeit zum Entspannen. Diese „Oasentage“ haben sich seit einigen Jahren bewährt: Die feste klösterliche Tagesordnung wird ein wenig aufgelockert, um Freiraum zur Erholung zu ermöglichen. Variable Essenszeiten, einige Gebetszeiten in privater Form, verschiedene Angebote wie Filme, Musik, Spiele, Puzzeln ... Für jede ist etwas dabei, jede kann ihre Zeit nach eigenen Vorlieben verbringen, allein oder mit anderen zusammen.

In diesem Jahr mussten die geplanten kleinen Ausflüge in die Umgebung leider ausfallen: Der erneute Corona-Lockdown im Kreis Gütersloh ließ ein „Ausschwärmen“ wenig ratsam erscheinen. Umso intensiver genossen wir den eigenen Garten mit seinen vielfältigen Möglichkeiten und „Ecken“.

Gemeinsam zu entspannen fällt leichter - und stärkt die Erfahrung der Gemeinschaft!


Gästehaus: Alles wieder anders ...

Schwester mit Maske
Alles wieder anders: Vom Lockdown gestoppt!

Alles war geplant, besprochen, vorbereitet, das Haus den Auflagen entsprechend umgestaltet und eingerichtet: Nach über dreimonatiger Schließung wollten wir zum 28. Juni unser Gästehaus wieder öffnen und mit den Teilnehmenden am Kursangebot der „Schweigewoche“ die ersten Gäste begrüßen. Doch der erneute Lockdown für den ganzen Kreis Gütersloh macht es zu diesem Termin leider unmöglich.

Nun hoffen wir, im Juli wieder beginnen zu können. Viele Gäste fragen an, viele warten darauf, ins Kloster kommen zu können. Doch niemand weiß derzeit genau, wann und wie es weitergeht - das gelassen auszuhalten, lernen wir in dieser Corona-Zeit! Bitte verfolgen Sie hier die aktuelle Entwicklung.
Bleiben Sie gesund - wir freuen uns auf Sie! 


Eucharistiefeier wieder öffentlich möglich

Mosaik Abteikirche
Schöpfungs-Mosaik im Altarraum der Abteikirche

Seit Anfang Mai können im Erzbistum Paderborn – unter entsprechenden Hygieneregeln – wieder öffentliche Eucharistiefeiern stattfinden. Wir freuen uns, dass auch in unserer Abteikirche die tägliche Eucharistiefeier wieder öffentlich zugänglich ist! Eine Teilnahme im Chorraum der Schwestern ist leider noch nicht möglich.

Die Abteikirche ist zum persönlichen Gebet täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Dort ist auch die Teilnahme an den Gebetszeiten der Schwestern möglich, Sie sind herzlich eingeladen! 


Ostern

Osterlichter
Osterlicht: wo und wie auch immer!

„Erstmal bis Ostern –
dann sehen wir weiter.“
So der Refrain der letzten Wochen.

Ja, an Ostern sehen wir weiter.
Zwar noch nicht wirklich in der Pandemie.
Aber umso wirklicher in der Angst
um Leben und Tod.

Denn Ostern ist mehr
als ein Corona-Termin,
Ostern ist mehr
als ein diesmal gesperrtes Frühlingsfest.
Ostern ist auch mehr als unsere Feier – wo und wie auch immer.

An Ostern wurde endgültig entschieden:
Die Liebe ist stärker als der Tod.
Im geheimnisvollen Kampf mit dem Lebendigen 
verlor der allgewaltige Tod seine Allgewalt.  
„Fürchtet euch nicht“,
das ist das erste Wort des Auferstandenen.
Ja, jetzt sehen wir weiter, viel weiter:
ab Ostern.  

(Weitere Gedanken zur Corona-Zeit finden Sie hier.)


Ostern für unsere Schwester Emmanuela

Schwester Emmanuela
Schwester Emmanuela Glund OSB

Am Morgen des Karsamstag, dem 11. April 2020, folgte unsere Schwester Emmanuela Glund OSB Christus ganz leibhaft in das Ostergeschehen hinein: Nach einem langen, leidvollen Weg auf das Sterben zu erfüllte sich ihre Hoffnung gerade zu der Zeit, als unsere Gemeinschaft die Trauermetten des Karsamstag sang. Darin hörten wir zur Grabesruhe des Herrn eine Homilie des Epiphanius, in der es heißt:

Christus fasst Adam bei der Hand,
hebt ihn auf und spricht:

„Wach auf, Schläfer, und steh auf von den Toten,
und Christus wird dein Licht sein! (Eph 5,14)
Ich habe dich nicht geschaffen, damit du im Gefängnis der Unterwelt festgehalten wirst.
Steh auf von den Toten! Ich bin das Leben der Toten.
Steh auf, mein Geschöpf, steh auf, meine Gestalt, nach meinem Abbild geschaffen!
Erhebe dich, lass uns weggehen von hier!
Du bist in mir und ich in dir (vgl. Joh 17, 21.23), wir sind eine unteilbare Person.“

Schwester Emmanuela wurde 1939 in Breslau geboren und fand nach der Vertreibung aus Schlesien in Altenbeken eine neue Heimat. Nach einer Ausbildung zur Damenschneiderin trat sie 1960 in die Abtei Varensell ein und legte 1961 ihre Profess ab. Ihren Beruf, in dem sie 1970 auch die Meisterinnenprüfung bestand, übte sie mit Freude auch im Kloster aus: Fast sechzig Jahre hindurch sorgte sie mit Umsicht und Fachkenntnis für die Kleider ihrer Schwestern.

Die letzten Jahre ihres Lebens waren von Krankheiten geprägt, und Sr. Emmanuela ging sehr bewusst auf den Tod zu. Nach einem Schlaganfall im Februar dieses Jahres kam sie auf ihren eigenen Wunsch aus dem Krankenhaus zum Sterben nach Hause. Fünfzig Tage lang dauerte der Weg noch. „Ich gehe zum Vater“ – dieses Wort aus den Abschiedsreden Jesu (Joh 16) begleitete ihr ganzes klösterliches Leben; jetzt hat der österliche Herr sie auf seinen Weg mitgenommen.

Aufgrund der derzeitigen Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus werden wir Sr. Emmanuela am Mittwoch der Osteroktav, am 15. April 2020, in aller Stille auf dem Friedhof der Abtei beisetzen.