Neues aus der Abtei

Festliches am 1. Mai: Weihetag von Äbtissin Angela

Freude am Festtag
Ein Fest der Gemeinschaft am Weihetag

Am 1. Mai begingen wir den Weihetag von Äbtissin Angela: Seit fünfzehn Jahren steht sie an verantwortungsvoller Stelle im Dienst unserer Gemeinschaft und leitet die Abtei Varensell.

In diesem Jahr feierten wir den Tag mit einem festlichen Nachmittag: Beim gemeinsamen Kaffeetrinken setzten frisch am Tisch gebackene Waffeln einen besonderen kulinarischen Akzent!

Danach hielten wir im Konvent ein „Ostersingen“: Jede Schwester hatte vorab ein Lieblings-Osterlied eingereicht, aus denen sich dann eine reiche Folge unterschiedlicher Epochen ergab. 

In dieser weltpolitisch leid- und sorgenreichen Zeit sprechen die Texte noch einmal neu und eindringlich von der österlichen Hoffnung, die immer neu gesungen und gelebt werden will – auch gerade jetzt!


Ostern 2022

In dieser Zeit Ostern zu feiern ist nicht leicht. Aber sicherlich eins vom Wichtigsten, das wir nun tun können. In einer Zeit des Mordens und des Krieges zeigt uns Gott seinen Weg mit uns Menschen. Seinen Weg der Liebe und Hingabe, der Solidarität, der Ohnmacht, des Sterbens und des Lebens. So ernst wie heute haben wir das lange nicht gehört. Uns begleiten durch diese Tage Worte und Zeugnisse der Hoffnung.

Erdball mit der Gestalt des Gekreuzigten
Träumen wir nicht, er sei überall, nur nicht dort, wo man stirbt...

Von den Mönchen von Tibhirine, die 1996 in Algerien entführt und ermordet wurden, haben wir uns in die österlichen Tage hineinführen lassen. In ihren Gesängen heißt es:

Da er bei uns ist
in dieser Zeit der Gewalt,
träumen wir nicht, er sei überall,
nur nicht dort, wo man stirbt...
Lasst uns zum Mann des Leidens gehen,
der uns am Kreuz ein Zeichen gibt!

Da er bei uns ist
wie in der Morgendämmerung von Ostern,
versäumen wir nicht das Treffen
mit dem vergossenen Blut.
Nehmen wir das Brot.
Trinken wir den Kelch,
der uns gereicht wird.
Empfangen wir ihn, der sich geopfert hat
und uns bis zum Ende liebte!“

(aus dem Film „Von Menschen und Göttern“)

 

Blühender Mandelzweig
Hoffnungszeichen des Lebens: Mandelzweig

Schalom Ben Chorin (1913-1999) schrieb 1942 in dunkelster Zeit sein Gedicht „Das Zeichen“:

Freunde, daß der Mandelzweig
wieder blüht und treibt,
ist das nicht ein Fingerzeig,
daß die Liebe bleibt?
   Daß das Leben nicht verging,
   soviel Blut auch schreit,
   achtet dieses nicht gering,
   in der trübsten Zeit.
Tausende zerstampft der Krieg,
eine Welt vergeht.
Doch des Lebens Blütensieg
leicht im Winde weht.
   Freunde, daß der Mandelzweig
   sich in Blüten wiegt,
   bleibe uns ein Fingerzeig,
   wie das Leben siegt.

Daran anknüpfend deutete Äbtissin Angela am Gründonnerstag in ihrer Ansprache in der Feier des letzten Abendmahls das österliche Geschehen als „Hoffnungszeichen“. Hier sind ihre Gedanken nachzulesen.

 

Sonnenaufgang mit Oster-Kerzen
„Lumen Christi - Christus, das Licht!“

In das wachsende Licht der Osternacht begleitet uns ein weiterer Gesang der Mönche von Tibhirine:

„O Vater des Lichts, ewiges Licht
und Quelle allen Lichts,
leuchten lässt Du bei Eintritt der Nacht
das Licht Deines Antlitzes.
Das Dunkel ist für Dich kein Dunkel.
Für Dich ist die Nacht
ebenso licht wie der Tag.

O Vater des Lichts, ewiges Licht
und Quelle allen Lichts,
leuchten lässt Du bei Eintritt der Nacht
die Herrlichkeit des Auferstandenen.“

Im Hören auf die Lesungen der Osternacht 
lud uns P. Albert Schmidt in seiner Predigt ein, die Gefahr großer Worte zu umgehen und auf ein kleines Wort zu achten: Das Wort „nur“ legte eine hochaktuelle Spur bis in die Mitte der österlichen Botschaft hinein: „Der Friede sei mit euch!“
Hier ist die Predigt nachzulesen

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Osterfest -
mit dem Gruß des auferstandenen Christus im Herzen:
„Friede sei mit euch!“

 


Schritte in die Zukunft – eine neue Partnerschaft

Logo der Abtei Varensell

Seit langem sind wir Benediktinerinnen mit der Frage unterwegs, wie wir auf Zukunft hin unser Leben in der Abtei Varensell gut gestalten können. Auch bei abnehmenden personellen Kräften wollen wir als Gemeinschaft an diesem Ort „Gott suchen und Leben teilen“, wie es unserer benediktinischen Berufung entspricht. 

Heute freuen wir uns, einen wichtigen Schritt in die Zukunft bekannt zu geben: Wir haben uns entschieden, in den kommenden Jahren eine Zusammenarbeit mit den Alexianern zu entwickeln.

Wappen der Alexianer
Das Wappen der Alexianer: „Die Liebe Christi drängt uns.“ (2 Kor 5,14)

Die Alexianer-Gruppe ist einer der größten katholischen Träger im Gesundheitswesen mit Einrichtungen in elf Regionen zwischen Aachen und Berlin. Sie steht in der Tradition der Alexianerbrüder, die als Ordensgemeinschaft auf eine mehr als 800-jährige Geschichte im Dienst für kranke, alte und arme Menschen zurückblicken.

Die Brüder haben im Jahr 2013 die Gesamtverantwortung für ihre Werke auf die Stiftung der Alexianerbrüder übertragen. Aufgabe dieser Stiftung ist es, dazu beizutragen, dass die christlichen Werte der Nächstenliebe und Verantwortung füreinander eine konkrete Gestalt in der Gesellschaft erhalten. 

Gerade dazu liegt den Alexianern die Fort- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden sehr am Herzen. Innerhalb ihres umfangreichen Programms zur beruflichen Unterstützung finden auch geistliche Angebote und Programme für Führungskräfte Raum. Für solche Angebote und Gruppen erscheint unser Gästehaus, unser Kursangebot und der gute Kontakt zu unserem benediktinischen Leben besonders geeignet. Die Alexianer haben sich entschieden, in den nächsten Jahren zahlreiche Kurse in Varensell unter eigener Verantwortung oder auf Einladung von uns Schwestern ins Programm zu nehmen. 

Einen guten Einblick, wer die Alexianer sind und was ihnen wichtig ist, finden Sie unter www.alexianer-verbund.de und www.alexianer.de 

Nun blicken wir Benediktinerinnen und auch die Alexianer gespannt auf die vor uns liegenden gemeinsamen Erfahrungen. Wir freuen uns auf die Chancen einer guten Zusammenarbeit mit unserem neuen Partner! 


„Licht in der Welt“: Vesper aller Ordensleute

Entzünden der Kerzen
„Licht in der Welt“: eine besondere Vesper aller Ordensleute

Das Fest der „Darstellung des Herrn“ am 2. Februar gilt in der Kirche auch als „Tag des geweihten Lebens“.

Zu diesem Anlass entwarf eine Gruppe von Ordensleuten, darunter unsere Sr. Lioba, zusammen mit dem Ordensreferat eine Vesper, die an alle Gemeinschaften im Erzbistum Paderborn versandt wurde.

Anstelle des sonst üblichen gemeinsamen Gottesdienstes im Hohen Dom zu Paderborn, der aufgrund der Pandemie nicht stattfinden konnte, entstand so eine besondere Gebetsgemeinschaft im ganzen Bistum. Auch wir beteiligten uns gerne.

Ein Dank an alle, die an dieser Idee mitgewirkt haben!

Vesper am Tag des geweihten LebensVesper am 2. Februar, dem „Tag des geweihten Lebens“


Der Mann von DOMRADIO.de

Bild Brüggenjürgen
Spannende Begegnung: Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen

Am Samstag, den 22. Januar 2022, war Herr Ingo Brüggenjürgen, Chefredakteur von DOMRADIO.debei uns zu Gast und stellte uns die Arbeit des bekannten katholischen Medienportals vor. Selbst in Köln seit der Gründung dabei, zeichnete er sehr lebendig und anschaulich die Entwicklung des Programms vom Radiosender zum Multimedia-Channel nach.

Der engagierte Journalist und Theologe brennt für die Chance, die frohe Botschaft den Menschen zu verkünden – und weiß sich zugleich einer ausgewogenen und darum kritischen Berichterstattung verpflichtet. Ganz aktuell beschrieb er die besonderen Herausforderungen, die sich diesem doppelten Anliegen in der derzeitigen Krise der katholischen Kirche stellen.

Eine derart offene und konstruktive Medienarbeit der Kirche bildet eine entscheidende Chance, Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückzugewinnen. Dazu kann „der gute Draht nach oben“, wie DOMRADIO.de sich nennt, einen wichtigen Beitrag leisten. Wir hatten den Eindruck: Dafür ist hier der richtige Mann am richtigen Ort.

I. Brüggenjürgen im KonventChefredakteur Ingo Brüggenjürgen in unserem Konvent