Neues aus der Abtei

Heimgang unserer Schwester Stephana

Portrait von Sr. Stephana
Schwester Stephana Hainisch OSB

Am Samstag, dem 19. September 2020 verstarb am Abend unsere Schwester Stephana Hainisch OSB. Kurz vor der Komplet legte sie ihr Leben in die Hände ihres Schöpfers zurück, sodass wir das Canticum des Simeon im Gebet für sie singen konnten: „Nun lässt du, o Herr, deinen Knecht in Frieden scheiden.“ Denn ganz im Frieden und ohne Kampf durfte sie den letzten Atemzug tun, nachdem sie ihre schwere Krebserkrankung drei Jahre hindurch tapfer und in wachsendem Vertrauen getragen hatte.

Elsbeth Hainisch wurde 1940 in Essen geboren und erlernte nach dem Schulabschluss zunächst - gemeinsam mit ihrer Zwillingschwester - den Beruf der Krankenpflegerin. Doch spürte sie ihre Berufung zur Gottsuche in der benediktinischen Lebensform und trat 1961 in die Abtei Varensell ein, wo bei der Einkleidung der hl. Stephanus ihr Namenspatron wurde.

Zunächst arbeitete Sr. Stephana in der Paramentenstickerei, später erlernte sie den Beruf der Handweberin, in dem sie auch die Gesellenprüfung ablegte. Seit ihrer Jugendzeit liebte sie den gregorianischen Choral, und so war der Chorgesang für sie immer eine große Freude, besonders auch in der Zeit, als sie in unserer Schola mitsang. Zuletzt war sie lange Jahre in der Hostienbäckerei tätig, in der sie sich mit Eifer und schier unermüdlicher Sorge um alles einsetzte.

Schwester Stephana las gern und viel in geistlicher Literatur und bedachte auch andere mit guten Gaben in Worten und Gedanken. Stets beteiligte sie sich aktiv und interessiert an allen Gesprächen und Überlegungen im Konvent. Zusammen mit unserer Schwester Konstantia verbrachte sie ihre Ferien gern in anderen Klöstern und füllte danach manche Rekreation mit ihren lebendigen und anschaulichen Berichten über alles Gesehene und Erlebte, um ihre Freude mit uns zu teilen.

Am 1. Juni feierte sie mit ihrer Zwillingsschwester bei uns im Haus den gemeinsamen 80. Geburtstag als einen der ersten Besuche nach dem wochenlangen Corona-Lockdown. Kurz danach zeigte sich, dass weitere Therapien ihrer Krebserkrankung kaum noch Erfolg versprachen, und sehr bewusst ging sie auf den nahenden Tod zu. Ihrem Wahlspruch: „Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung“ fügt Paulus an: „So hoffe ich, auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen“ (Phil 3,10.11). So glauben und vertrauen auch wir, dass sie sie dem Auferstandenen nun begegnen darf.
Und was hätte sie uns jetzt in der Rekreation zu erzählen!


Ausflug zum Steinhorster Becken

Aussichtsturm
Aussichtsturm am Steinhorster Becken

Am letzten Tag des August holten wir einen Ausflug zum „Steinhorster Becken“ nach, der eigentlich für unsere „Oasentage“ im Juni geplant war, dann aber wegen des erneuten Corona-Lockdowns im Kreis Gütersloh leider ausfallen musste.

Das Steinhorster Becken ist ein Naturschutzgebiet ganz in unserer Nähe, das aus einem künstlich angelegten Hochwasser-Staubecken der Ems entstanden ist. Die Landschaft aus flachen Seen, Sumpf und vielseitigen Uferstreifen ist zu einem bedeutenden europäischen Vogelreservat geworden. Ohne die zahlreichen Brut- und Zugvögel zu stören, kann man sie gut beobachten und das Areal in einer guten Stunde einmal umwandern.

Dazu machten sich einige Schwestern am frühen Nachmittag auf den Weg, andere folgten etwas später zu einer kleineren Tour mit guter Sicht auf die Vogel-Vielfalt. Wir trafen zusammen zu einem Picknick mit Kaffee und Kuchen und genossen den spätsommerlichen Nachmittag in der Natur sehr.


Besuch vom Landtagspräsidenten

Landtagspräsident André Kuper
Landtagspräsident André Kuper berichtete sehr lebendig aus seiner Arbeit.

In guter Tradition besuchten uns auch in diesem Jahr Herr Landtagspräsident André Kuper und seine Frau Monika. Aus erster Hand erfuhren wir von den enormen Herausforderungen, vor die die Corona-Pandemie die politisch Verantwortlichen stellt: sei es auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene.

Darüber hinaus berichtete André Kuper aber auch von seinem Engagement für die Errichtung einer groß angelegten, multimedialen Gedenkstätte im nahegelegenen Schloß Holte-Stukenbrock, wo im zweiten Weltkrieg ein bedeutendes Lager für russische Kriegsgefangene, das „Stalag 326“ betrieben wurde, an das bis vor wenigen Jahren kaum etwas an diesem Ort erinnerte.

Das Gespräch mit „unserem“ Landtagspräsidenten über die aktuellen politischen Fragen ist immer eine Bereicherung und weitet unseren Horizont. Ihm und seiner Frau gilt unser Dank für ihr großes persönliches Engagement und ihre Verbundenheit mit unserer Gemeinschaft!


Sommer 2020: Unser neuer Info-Brief

Titelblatt Sommer 2020
Titelblatt des Infobriefs zum Sommer 2020

In diesen Tagen erscheint ein neuer Info-Brief aus der Abtei. Wir geben darin Teil an den Ereignissen in unserer Gemeinschaft und berichten, wie wir diese von der Corona-Pandemie geprägte Zeit erleben.

Dazu gibt es einen spirituellen Impuls, der die Einschränkungen an Kontakten und Lebensmöglichkeiten mit der benediktinischen Lebensform der Klausur ins Gespräch bringt.

Brief und Faltblatt als PDF: Brief | Flyer

Auf Wunsch senden wir Ihnen unsere Infopost oder das Programm des Gästehauses per Post oder per E-Mail zu: Bitte melden Sie sich hier dazu an. Vielen Dank!

 


Gästehaus: Wir können öffnen!

Schwestern mit Masken
Wir freuen uns auf Sie!

Am 9. Juli 2020 öffnen wir unser Gästehaus!

Der am 23. Juni verfügte Lockdown im Kreis Gütersoh wurde inzwischen aufgehoben, die Infektionszahlen sind stark zurückgegangen. Die erhöhte Gefahr, die vom „Corona-Hotspot" in der hiesigen Fleischindustrie ausging, ist somit nicht mehr gegeben.

Deshalb beginnen wir nach fast viermonatiger Schließung nun wieder mit der Aufnahme von Gästen. Das Haus und alle Abläufe sind den hygienischen Auflagen gemäß gestaltet, auch unsere Gäste verpflichten sich zur Einhaltung der notwendigen Schutzmaßnahmen. Entsprechende Informationen erhalten Sie vorab bei der Anmeldung.

Herzlich willkommen in der Abtei Varensell!