Generalkapitel der Beuroner Benediktinerkongregation
Vom 12. - 20. Oktober 2021 tagte in der Erzabtei Beuron das 28. Generalkapitel der Beuroner Benediktinerkongregation, zu der auch unsere Abtei gehört. Die Oberen und Oberinnen aller Männer- und Frauenklöster sowie jeweils ein Konventsvertreter oder eine Konventsvertreterin aus jeder Gemeinschaft nahmen daran teil, aus unserem Kloster Äbtissin Angela und Schwester Lydia.
Das Generalkapitel mit Bischof Stefan Burger und dem Beuroner Konvent
Das Generalkapitel als höchstes Entscheidungsgremium tagt regulär alle sechs Jahre und entscheidet über rechtliche Fragen und Eingaben, berät aber auch über die Situation der Klöster und Wege in die Zukunft. Es wählt den Abtpräses, der die Kongregation leitet, und seinen Rat.
Pater Franziskus Berzdorf OSB aus Beuron ging als neuer Abtpräses aus der Wahl hervor, in seinen Rat wurden Abt Andreas (Gerleve), Äbtissin Angela (Varensell), Erzabt Tutilo (Beuron) und Schwester Katharina (Eibingen) gewählt. Pater Franziskus empfing für seinen neuen Dienst die Abtsbenediktion durch Bischof Stefan Burger, Freiburg. Unser Gebet und viele gute Wünsche begleiten ihn und die ganze neue Kongregationsleitung!
Der bisherige Abtpräses Albert Schmidt OSB, Beuron, stand nach dreizehn Jahre an der Spitze der Kongregation nicht mehr zur Wahl. Er hat sein Amt mit geistlicher Tiefe, praktischer Klugheit und menschlicher Wärme ausgeübt, und Abt emeritus Laurentius (Gerleve) und Äbtissin Angela dankten ihm im Namen der ganzen Kongregation für sein treues Engagement. Wir bleiben ihm verbunden und wünschen ihm Gottes Segen für die Sabbatzeit, die er nun zunächst antreten wird!
Begegnung unter Schwestern – endlich wieder „live“!
Zwar kurz, aber umso herzlicher war heute eine Begegnung mit Äbtissin Franziska aus der Abtei Burg Dinklage und Priorin Katharina vom Heliga-Hjärtas-Kloster am Omberg/Schweden. Beide kamen zu einer Tages-Visite von Dinklage hierher und berichteten in einer großen Runde aus ihren Gemeinschaften, zum Beispiel wie sie die Einschränkungen der Corona-Pandemie erlebt haben und welche – auch bleibenden – Veränderungen sie mit sich gebracht hat.
Beide Gemeinschaften gehören zu einem Kreis von elf benediktinischen Frauenklöstern, die im Begriff sind, gemeinsam die neue „Europäische Kongregation von der Auferstehung“ zu gründen; sie umfasst den gesamten europäischen Raum von Belgien bis Litauen, von Spanien bis Schweden. Die vielsprachigen Konvente befinden sich in einem spannenden Prozess: nicht nur gemäß den ordensrechtlichen Vorgaben, sondern auch im Interesse des geistlichen Wachstums miteinander zu gehen und fruchtbare Wege zu suchen.
Seit Beginn der Corona-Pandemie sind solche schwesterlichen Begegnungen in Präsenz (!) selten oder ganz unmöglich gewesen – umso mehr haben wir sie heute genossen!

Politik - menschlich nah gebracht
Auch in diesem Jahr freuten wir uns auf den Besuch von Landtagspräsident André Kuper und seiner Frau Monika aus Rietberg. In guter Tradition berichteten sie aus dem vergangenen Jahr nicht nur über das, was sie beruflich beschäftigt, sondern auch darüber, was sie dabei persönlich bewegt hat.

Als Landtagspräsident von NRW begegnet André Kuper zahlreichen Menschen in unterschiedlichsten Situationen: diplomatische Besuche aus aller Welt, politische Verhandlungen, kulturelle Events und soziale Förderung, Krisenmanagement und Katastrophenhilfe. Die baldige Eröffnung des „Hauses der Geschichte von NRW“ in Düsseldorf, das unter seiner Leitung von Landesregierung, Parlament und Parteien gemeinsam auf den Weg gebracht wurde, zeugt einmal mehr vom persönlichen Engagement und Geschick eines versierten Politikers.
Ganz besonders schätzen wir bei diesen Gesprächen die Möglichkeit, auch auf kritische Fragen zur großen und kleinen Politik ebenso kompetente wie ungeschminkte Stellungnahmen zu hören. Danke!
Ein ganz besonderer Tag
Am 26. Juli beging unsere Äbtissin Angela ihren 60. Geburtstag, und diesen besonderen Anlass feierten wir gerne mit ihr! Wir genossen das gute Lieblings-Essen, das unsere Küche reichlich auf den Tisch brachte, und auch das Fest der Gemeinschaft:
Der Nachmittag begann mit einem geselligen Kaffeetrinken, bevor wir Mutter Angela zu einem Ratespiel einluden. Alle Schwestern hatten einige frühe Kinderbilder von sich beigetragen, die nun ohne Namensnennung präsentiert wurden: „Wer ist das???“ Dabei haben wir nicht nur viel gelacht, sondern waren auch berührt von der Vielfalt der Lebensgeschichten, die sich in den alten Fotos andeuteten.
Es war ein froher, reicher und rundum schöner Tag für uns alle!
Der „Synodale Weg“ aus erster Hand
Einen ganz besonderen Bericht vom „Synodalen Weg“ der katholischen Kirche in Deutschland erhielten wir am Samstag, den 10. Juli, von Johanna Müller aus Marienfeld. Es war eine gute Ergänzung zu den Eindrücken, die wir am 20. April dazu von Bischof Felix Genn aus Münster gehört hatten (siehe News von diesem Datum).
Johanna ist mit 17 Jahren die jüngste Delegierte. Ihre Motivation, sich für diese Aufgabe zu bewerben, spricht vielen reformorientierten Katholiken aus dem Herzen: „Ich möchte mich nicht mehr für meine Kirche schämen.“
Johanna und ihre Familie sind unserer Gemeinschaft seit vielen Jahren verbunden. Wir freuten uns sehr, von ihr nun einen persönlichen Bericht vom Geschehen des „Synodalen Weges“ zu hören und zu sehen. Sie ist Mitglied im Synodalforum „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“.
Darüber hinaus liegt ihr viel daran, gerade unter jungen Leuten und in Schulen Interesse am Reformweg der Kirche zu wecken. Dieses Engagement hat uns sehr beeindruckt!
Johanna Müller äußert sich auch in den Medien immer wieder klug und ehrlich zum Verlauf des „Synodalen Weges“ und ist mit verschiedenen Artikeln und Beiträgen in den Medien zu finden: Etwa auf der offiziellen Seite der Katholischen Kirche Deutschlands, beim „Domradio" oder im Podcast „kannste glauben“ des Bistums Münster.