Kirchweih-Jubiläum unserer Mitschwestern in Schweden
Am 13. August feierten unsere Mitschwestern im „Helige Hjärtas Kloster“ am Omberg das 25-jährige Jubiläum der Weihe von Kirche und Kloster. Wie damals zur Kirchweihe, so fuhr auch jetzt eine Gruppe von Varenseller Schwestern vom 9.-15. August nach Schweden, um das frohe Fest mitzufeiern.
Unsere Gemeinschaften sind einander bleibend verbunden, seit wir Varenseller Benediktinerinnen in den 1980er Jahren die schwedischen Marientöchter aus Vadstena auf dem Weg in die katholische Kirche und in das benediktinische Mönchtum begleiten durften, der schließlich in den Bau des Klosters am Omberg mündete.
Seit 2021 gehört die Gemeinschaft zur neu errichteten „Europäischen Benediktinerinnenkongregation von der Auferstehung“, die Klöster in ganz Europa verbindet. Aus dieser neuen Kongregation kamen aus der Abtei Burg Dinklage ebenfalls einige Schwestern, um das Jubiläum mit den schwedischen Schwestern zu begehen. So wurde es ein Fest voll reicher Begegnungen!
Dieses Jubiläum mit den schwedischen Mitschwestern zu feiern, war uns eine besondere Freude - sowohl für die Reisenden wie auch für die Daheimgebliebenen!
Heimgang unserer Schwester Gisela
Am frühen Morgen des 19. Juli 2022 rief Gott, der Herr über Leben und Tod, unsere Schwester Gisela Kleimann OSB zu sich in die Fülle des österlichen Lebens hinein. Damit endete ein langer Weg der immer weiter abnehmenden Kräfte, zuletzt ein mehrere Tage dauerndes Schweben zwischen Leben und Tod. Wir sind dankbar, sie nun bei Gott geborgen zu wissen.
Gertrud Kleimann wurde 1940 in Gelsenkirchen als zweites von sechs Kindern einer Apothekerfamilie geboren. Nach dem Krieg bauten die Eltern Haus und Geschäft in Recklinghausen auf. Nach ihrer Schulzeit führte eine Ausbildung in Sozialpädagogik Gertrud nach Würzburg und in Kontakt zu den Maria-Ward-Schwestern (heute Congregatio Jesu). 1961 bat sie dort um Aufnahme und erhielt den Namen Gisela. 1969 legte sie in dieser Ordensgemeinschaft die ewigen Gelübde ab. Doch spürte sie bald, dass dies nicht der Weg ihrer Berufung war. Mit Erlaubnis ihrer Oberen bat sie in der Abtei Varensell um Aufnahme und begann im Juli 1970 ein Probejahr, dem ein Noviziatsjahr folgte. Am 14. September 1972 legte sie die Feierliche Profess als Benediktinerin ab.
Schon bald wurde Schwester Gisela die Mitarbeit an unserer Klosterpforte aufgetragen, eine Aufgabe, die sie verantwortungsvoll bis 2018 wahrnahm, lange Jahre davon als erste Gastschwester. Für diese Aufgabe besaß sie ein besonderes Charisma und prägte damit unser Gästehaus. In ihrem Wesen eher still und zurückhaltend – am liebsten war sie allein –, begegnete sie den Gästen aufmerksam und zugewandt. Sie besaß eine gute Menschenkenntnis und einen feinen Humor, konnte aber, wenn nötig, auch sehr direkt sein. Viele unserer Gäste waren Schwester Gisela über Jahrzehnte hin persönlich verbunden.
Auch mit ihren Mitschwestern stand sie in gutem Kontakt. Sie schenkten ihr das Vertrauen und wählten sie immer wieder ins Seniorat, den Rat der Äbtissin. Ihre monastische Treue verband sie mit einer fast schalkhaften inneren Freiheit allem äußeren Regelwerk gegenüber – und gönnte diesen Raum auch anderen, was unter anderem in gemeinsam verbrachten Ferientagen zu erleben war. Zu solchen Ferien gehörte immer auch ein Besuch ihrer beiden Brüder Ludwig und Erich (†), die ebenso treu und regelmäßig nach Varensell kamen und allen im Haus ein Begriff sind.
2007 ernannte die neugewählte Äbtissin Angela Boddem Schwester Gisela zur Priorin, und zwölf Jahre lang diente sie in diesem Amt unserer Gemeinschaft in großer Treue und Verlässlichkeit. Kurz bevor sie 2019 offiziell aus dieser Aufgabe verabschiedet wurde, erlitt sie einen schweren gesundheitlichen Einbruch, in dessen Folge ihre Lebenskraft in den letzten Jahren immer weiter abnahm – nicht aber ihre innere, stille Zufriedenheit trotz aller Einschränkungen.
In solch friedlicher Stille durfte sie nun einschlafen und – so hoffen und erbitten wir für sie – aufwachen im österlichen Licht unseres Herrn.
Am Montag, dem 25. Juli 2022, haben wir für unsere Schwester Gisela die Eucharistie gefeiert und sie anschließend auf unserem Klosterfriedhof beigesetzt. Die darauffolgende Einladung zur Begegnung mit allen, die gekommen waren, wurde ein kleines Fest des Lebens an Schwester Giselas langjähriger Wirkungsstätte, unserem Gästehaus!
Impulse vom Synodalen Weg
An diesem Samstagnachmittag war Frau Dr. Rosel Oehmen-Vieregge, Ordensreferentin unseres Erzbistums, bei uns im Konvent zu Gast. Als engagierte Kirchenrechtlerin führte sie uns in die Thematik des ersten verabschiedeten Grundtextes des Synodalen Weges ein: „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“.
Die Referentin bezog ihre Zuhörerinnen von Beginn an dialogisch in die Entwicklung des Themas ein, sodass ein interessantes Gespräch über das Verständnis und das Erleben von Macht in der Kirche zustande kam. Besonders die Gegenüberstellung zentraler Anliegen des Grundtextes mit Passagen aus der Benediktusregel zeigte deutlich, dass der Umgang mit Macht in der kirchlichen Gemeinschaft sich fruchtbar an sehr alten Ordens-Traditionen orientieren könnte, um problematische Strukturen anders zu gestalten.
Frau Dr. Rosel Oehmen-Vieregge schenkte uns einen lebendigen, weil lebensnahen Austausch über die derzeitige Situation der Kirche und das Bemühen um Reformen. Die Anliegen des Synodalen Weges werden wir weiterhin im Gebet begleiten!

Unsere Hostienbäckerei wird geschlossen
In diesen Wochen endet eine lange Tradition im Kloster Varensell: Wir haben entschieden, unsere Hostienbäckerei aus wirtschaftlichen Gründen zu schließen.
Eine lange Geschichte
Seit 1905 wurden hier im Haus Hostien gebacken, zunächst für den eigenen Bedarf und die umliegenden Gemeinden, bald auch darüber hinaus. Der Betrieb wuchs und war über Jahrzehnte einer der wichtigsten Erwerbszweige der Abtei. Kirchen aus ganz Deutschland, manche auch im Ausland, katholische sowie evangelische Gemeinden und Einrichtungen gehörten zu unseren Kunden. Mehrere Angestellte arbeiteten mit in unserer Bäckerei.
Doch in den letzten Jahren ging die Nachfrage stetig zurück: Der nachlassende Kirchenbesuch vieler Gläubigen, Zusammenlegungen von Gemeinden und Reduzierung der Gottesdienste bedeuten letztlich auch weniger Bedarf an Hostien.
Corona-Pandemie
Schließlich brachen die Bestellungen mit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 drastisch ein und erholen sich jetzt nur sehr langsam und keineswegs vollständig. Unter diesen Umständen und angesichts der personellen Situation unserer Gemeinschaft ist es nicht möglich, Hostienbäckerei und -versand wirtschaftlich sinnvoll weiterzuführen.
Es fällt uns nicht leicht, diesen Schritt zu gehen und unseren Hostienbäckerei einzustellen. Für uns Benediktinerinnen bedeutete diese Arbeit immer mehr als nur einen Broterwerb. Der Bezug zum Gottesdienst der Kirche, zur Feier der Liturgie, zu vielen Gemeinden, Küster:innen und Seelsorger:innen war immer lebendig.
Nicht zuletzt haben unzählige Gruppen von Kommunionkindern von nah und fern die Abtei besucht und angeschaut, wie Hostien gebacken werden – und nebenbei erfahren, wie die Schwestern hier im Kloster leben.
Für unsere Kunden haben wir hier einige wichtige Informationen (PDF, 80 KB) zusammengestellt. Darin empfehlen wir Ihnen auch einige Adressen von klösterlichen Betrieben, die sich in Zukunft über Ihre Bestellungen freuen.
„Tour der Rietberg“: Klima-Radtour führt zur Abtei
Am frühen Abend des 3. Mai empfingen wir ungewöhnlichen Besuch: Eine Gruppe von etwa 35 Radfahrern und Radfahrerinnen fuhr in den Hof ein, um unsere Hackschnitzelheizung zu besichtigen. Bürgermeister Andreas Sunder hatte die Rietberger eingeladen zur „Tour der Rietberg“, die im Rahmen der Klimawoche dem Thema „Heizen“ gewidmet war und bei strahlendem Frühlingswetter verschiedene Ziele im Stadtgebiet zur Besichtigung ansteuerte.
Unsere Holzhackschnitzel-Heizung, die bereits seit 15 Jahren Kloster, Gästehaus und Kirche mit Wärme versorgt, war eine Station auf dem Weg, die viele Interessierte anlockte. Schwester Mirjam und Heinz Loick, der im letzten Jahr ihre Aufgabe als Hausmeister übernommen hat, stellten die Anlage kenntnisreich vor und berichteten von den Erfahrungen mit dieser nachhaltigen Form der Wärmegewinnung aus dem regenerativen Energieträger Holzabfälle.
Die Rietberger Radler freuten sich über den freundlichen Empfang auf dem Klosterhof - und wir uns über das Interesse und die schöne Begegnung!